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Teil C: Konzeptfindung

Bis hier her kennen sie die Geschichtsspuren, Materialen, Handwerkstechniken und Schäden an der Wand doch zeigt dieses nur den Ist-Zustand an nicht aber wie der Denkmalpfleger damit umgeht denn dieser erstellt zu jedem Objekt ein Restaurierungskonzept welches nach folgende Kriterien ein Objekt auswertet.

  1. Bewertung der Geschichtsspuren
    Was ist Erhaltungswürdig
  2. Technologische Bewertung
    Was ist Erhaltungsfähig
  3. Geplante Nutzung des Objektes
    Was möchte der Nutzer

Bewertung der Geschichtsspuren

Was ist unbedingt für die Nachwelt Erhaltenswürdig und Geschichtlich so wertvoll das wir es Konservieren, Restaurieren und wie später im Restaurierungskonzept erläutert gar Rekonstruieren müssen. Dieser Abschnitt beschreibt die Sichtweise eines Denkmalpflegers. Zur besseren Übersicht wird hier noch einmal die Zeitleiste mit der Zuordnung der Befunde eingefügt.

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Wir beginnen hier von oben nach unten wo wir als erstes die Raufaser sehen, sie wird nach wie vor noch verarbeitet und spielt geschichtlich eine eher untergeordnete Rolle die Gebrauchsspuren sind fotografisch festgehalten und bleiben so der Nachwelt erhalten.

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Bei den Tapeten Befund 2 bis 5 handelt sich um Textil. – u. Papiertapeten der jüngeren Vergangenheit die bis in die 60 ziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück reichen Diese Muster sind heute nicht mehr im Programm der Hersteller und wurden in großen Mengen produziert aber aus Sicht des Denkmalpflegers stellen diese Tapeten wohl eher ein Massenprodukt dar und sind eigentlich nichts Besonderes. Außerdem habe ich Rapporte dieser Tapeten retten können sie werden eingeschweißt sowie vor Sonnenlicht geschützt und im Museum hinterlegt, so das sich Interessierte ein Bild von der Geschichte des Raumes durch die Jahrzehnte machen können.

Befund 6
Fest verbacken mit der 5 Tapete befindet sich unterhalb dieser eine Leimdrucktapete welche durchaus erhaltenswürdig wäre dieses Druckverfahren ist heute nicht mehr üblich. Aber sehr wahrscheinlich ein Massenprodukt der 50 ziger Jahre und nur vom Druckverfahren her interessant.
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Die rechte Tapete musste von der linken mit einem Japanpapier gelöst werden

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Da wir uns aber nur auf eine Maßnahme beschränken können siehe Restaurierungskonzept, wird auch diese Tapete entfernt, Alternativ wird diese aber bei den Denkansätzen noch einmal aufgeführt.

Befund 7
Die Walzenmustertechnik ist noch in großen Teilen sehr gut erhalten doch wurde sie hinter dem Kamin mit samt dem Putz abgeschlagen und muss hier wie auch anderswo in Teilbereichen rekonstruiert werden.
Sie ist auch die älteste noch vorhandene Handwerkstechnik in diesem Raum und dieses Muster ist heutzutage gar nicht mehr vorhanden. Sie erforderte einiges an Fingerspitzengefühl und hat einen schmückenden tapetenähnlichen Charakter.
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Befund 8
Das Abschlussband ist überall dort zusehen wo natürlich auch die Walzenmustertechnik noch Vorhanden ist, sie folgt dieser wie ein roter Faden und ist noch mal zur Wiederholung als Konstruktiver Abschluss gedacht, hatte aber auch einen optischen Effekt durch den darüber befindlichen Wandfries wirkte der für unsere Verhältnisse niedrige Raum höher.
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Der Fries und die Decke wurden passend dazu mit einer Umbra getönten Kalkfarbe grünlich-grau gestrichen es ist deshalb der passende Anstrich weil Walzenmustertechnik und Deckenanstrich im gleichen Farbsystem Fresko gestrichen wurden und zwar in Kalk und fällt dadurch geschichtlich in den gleichen Zeitraum. Hier Rot umrandet.

Der alte Dielenfußboden kam nach der Entfernung der darüber liegenden Bretter wieder zum Vorschein und wurde mit einer roten Ölfarbe gestrichen. Was man auch hier schön sehen kann ist die Strohmattenarmierung direkt über dem Boden.
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Befund 9
Rechts im Bild sehen wir noch einmal den Träger des Kalkputzes und zwar den Lehmputz welcher direkt auf das Mauerwerk aufgeputzt wurde. Dieser wird wieder mit dem Kalkputz überputzt werden müssen weil wir hierauf später unsere Walzenmustertechnik rekonstruieren möchten.

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Die Deckenbalken wurden später mit einer Raufaser 52 ziger Körnung überklebt und dunkel mit einer Volltondispersionsfarbe überstrichen um die Balken deutlich hervor zu heben denn ein völliges Freilegen des Putzes kam wohl nicht in Frage man wollte damit dem Raum einen rustikalen Charme geben und Fachwerkbalken andeuten. Die Raufaser ist wie bei Befund 1 geschichtlich uninteressant.

Das Mauerwerk unterhalb der Verputze bleibt auf jeden fall bestehen. In anderen Räumlichkeiten musste dieses teilweise entfernt werden.

Bewertung des technischen Zustandes

Nicht alles was Erhaltenswürdig ist auch Erhaltungsfähig denn der Sonderfachmann sieht das Objekt wieder mit anderen Augen als der Denkmalpfleger auch wenn dieser ein und dieselbe Person sein können. 200 Jahre Geschichte haben auch in diesem Raum ihre Spuren hinterlassen und nichts ist mehr so tadellos wie es mal war.
Die Tapeten sind wie gesagt gut erhalten von ca. 60 % bis max. 80% der Wandfläche teilweise wurden diese von Fachleuten sprich Malern tapeziert andererseits aber auch sehr Laienhaft von den Bewohnern selbst zumindest bei der Raufaser.
Auch wenn diese Tapeten alle noch Intakt sind und sich von den Rapporten her noch rekonstruieren lassen obwohl auch hier einige Bahnen oder gar Rollen fehlen. Aber bei der Bewertung der Geschichtsspuren haben wir festgestellt das diese nicht Erhaltenswürdig sind. Was aber noch hinzu kommt die Atmungsaktivität des Kalk- und Lehmputzes wird durch die Tapeten und vor allem den Dispersionsanstrichen auf der Raufaser stark eingeschränkt und kann diese Putze Mürbe machen.

Der Feinputz wäre zwar noch trägfähig und für Anstriche und Tapeten als Untergrund geeignet, doch ist er auch in größeren Teilen beschädigt. Außerdem bedenke ich das der Feinputz aufgrund der Unterschiedlichen Härtegrade ein Problem darstellen könnte, Harter Putz auf weichem Putz auch wenn der Feinputz eine geringe Schichtdicke aufweist.

Der Blaue Leimfarbenanstrich ist nur noch Fragmenten vorhanden und wird bei den Restaurierungsarbeiten verloren gehen weil er eine schlechte Haftung besitzt und durch Wasser angelöst werden kann verloren.

Die Walzenmustertechnik ist in großen Teilen noch erhalten, teilweise leicht schimmernd aber es sind auch größere Stücke durch damalige Umbaumaßnahmen unwiederbringlich verloren gegangen und müssen Rekonstruiert werden. Aber die Gesamtheit der intakten Fläche ist immer noch so authentisch das sich ein restaurieren dieser Technik durchaus lohnt ca. 70% auf dieser einen Wandfläche wären unter dem Feinputz noch erhalten.

Das Abschlussband im oberen Wandbereich ist teilweise beschädigt und ruht quasi auf tönernen Füssen (auf der Westwand) denn der Kalkputz und damit Träger des Bandes und Teile der noch anschließenden Technik sind nicht mehr Tragfähig.
In meinem späteren Denkansatz a möchte ich aber dennoch eine Rettungsmaßnahme für diesen Putz erstellen (Möglichkeiten der Putzfestigung).

Der gräuliche Kalkantrich welcher den Wandfries bildet ist stark beschädigt er wurde überputzt, überstrichen und haftet ebenfalls auf dem desolaten Putz. Bei dieser starken Beschädigung und vor allem bei der eigentlich simplen Ausführung ist eine Rekonstruktion dieses Anstriches eher Sinnvoller.
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Der Kalkputz weißt beschädigen dreierlei Art auf Senkrechter Riss in der Wandmitte muss auf jeden fall armiert werden, schlechte Anhaftung im oberen Bereich er wird an diesem Teil der Wand nur noch von den Tapeten gehalten und völliges Fehlen des Putzes im ehemaligen Kaminbereich an den anderen Wänden ist dieser Putz noch intakt.

Lehmverputzung mit Stroh ist bis auf die bereits begonnenen Umbaumaßnahmen (Löcher im Verputz, im Kaminbereich ehemaliger Gipskarton fehlende Armierung) in einem noch guten Zustand und dient als Putzträger für den Kalkputz.

Versorgungsleitungen hier Elektrotechnik wäre zwar noch in Ordnung muss aber aufgrund der neuen Nutzung und den Anforderungen neu verlegt werden um nicht in die Bausubtanz einzugreifen werden hier die Installationen mittels Kabelkanälen überputz verlegt.

Nutzung des Raumes

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Der Emscherquellhof soll später als Tagungsstätte genutzt werden wo hauptsächlich Seminare und Tagungen der Emschergenossenschaft stattfinden. Ein Teil aber wird später als Museum genutzt. Der Raum 5 im Obergeschoss bietet einen hervorragenden Ausblick auf die Emscherquelle so das dieser Raum als Büro für den Ausbildungsleiter gedacht ist dann sitzt dieser sozusagen direkt an der Quelle Da die Gipskartonwand entfernt wurde wird dieser Raum mit dem Nachbarraum Nr.2 zusammengefasst und bekommt dadurch die doppelte Größe der Raum Nr. 5 wäre für sich allein als Büro wohl zu klein da von heutigen Büroräumen Mindestgrößen gefordert werden.
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Beim betreten des Raumes soll sich der Besucher auf eine Zeitreise begeben und soll einen Einblick in die 20 ziger und 30 ziger Jahre des 20. Jahrhunderts auf einen typischen Hellweg Bauernhof bekommen. Das diffuse Licht was durch die kleinen Sprossenfenster hereinströmt und durch die großen Bäume davor noch zusätzlich gebrochen wird, den Dielenboden mit seinem charakteristischen Trittschall die Gestaltung der Wände und zwar in der Walzenmustertechnik und der Decke mit ihrem leicht gräulichen Kalkanstrich geben den Betrachter ein Gefühl nicht in einem modernen Büro zu sitzen sondern in einem Raum welcher wie das Gebäude und die Umgebung drum herum Geschichtsträchtig ist.

Aufzeichnung verschiedener Denkansätze

Hier möchte ich verschiedene Möglichkeiten vorgeben letztlich muss ich mich aber auf eine Maßnahme beschränken. Die Walzenmustertechnik kann Rekonstruiert oder aber freigelegt und nur teilweise rekonstruiert werden. Ich zeige hier aber auch eine Variante wie der Raum mit der Leimdrucktapete erhalten bleiben könnte.

Denkansatz a)
  • Darstellung der Erstfassung des Raumes von ca. 1920. Dieser Denkansatz wird aus Kostengründen aufgezeigt um dem Nutzer eine günstige Variante der Maßnahmen vorzulegen Die Maßnahmen beziehen sich auf die großflächige Rekonstruktion der Walzenmustertechnik wobei die schon freien Teile dieser Technik bestehen bleiben und nur Konserviert werden. Da der Kalkzementputz als Anstrichträger erhalten bleibt, können wir auch Irreversibel arbeiten da das Original unter dem Putz immer noch da ist. Zu Erreichung dieses Denkansatzes werden folgende Maßnahmen zum besseren Verständnis aufgelistet und erklärt.
  • Die Tapeten müssen auf jeden fall entfernt werden um an den Feinputz zugelangen auch wenn noch große Teile der Tapeten erhalten sind. Nun da die Putzflächen jetzt freiliegen können wir uns ein weiteres Bild der Putzschäden machen da wir die Arten schon erfasst haben verändern sich hier nur die Massen d.h. Hohlklingender Putz, Risse und fehlender Kalkputz. Anstrichschäden an Decke und Wänden werden jetzt sichtbar.
  • Der Feinputz wird in hier aus Kostengründen nicht entfernt und bleibt als Anstrichträger für die Rekonstruktion der Technik bestehen. Die Fehlstellen müssen allerdings beigeputzt werden.
  • Ob Rekonstruktion oder Restaurierung der Feinputzträger siehe auch Kalkputz muss gefestigt und repariert werden d.h. der Lehmputz muss als erstes beigeputzt (Mit artgleichem Material).
  • Der Kalkputz im Kaminbereich wird nach Befund neu aufgebaut Spritzbewurf, und wie in diesem Fall einlagiger Deckputz.
  • dann wird der Kalkzementputz sprich der Feinputz ausgebessert auch dieser weist kleine bis große Schäden auf.
  • Die Gipshaltige Spachtelmasse muss von der Wand entfernt werden weil sie überhaupt nicht in das Materialschema der Wand passt, besonders der Dispersionsanteil und vor allem die Rissbeseitigung nicht fachgerecht ausgeführt wurde.
  • Risse werden mit dem Feinputz zusammen armiert (einlegen von Nesselband).
  • Der Kalkputz im oberen Wandbereich kann Aufwendig gefestigt werden (festigen mit Kieselsäureester weil dieses Material am tiefsten eindringt) da aber der Kalkfarbenanstrich als nicht so Wertvoll anzusehen ist würde ich diesen lieber entfernen und den Anstrichträger in diesem Bereich neu aufbauen der Aufwand wäre ansonsten sehr hoch und würde dem einfachen Kalkanstrich nicht genügen.
  • Die Decke und den Wandfries würde ich da die Anstriche nicht mehr tragen, besonders sei hier die Leimfarbe zu erwähnen abwaschen und abzuschleifen um hier einen Untergrund für unseren neuen Kalkkaseinfarbenanstrich zu schaffen.
  • Dann streichen der Decke mit einer gräulichen Kalkkaseinfarbe.
  • Abnehmen des Musters von der schon freigelegten Walzenmustertechnik und übertragen des Rapportes auf eine Rohling Gummirolle, anschließend mit einem Skalpell nachschnitzen des Rapportes.
  • Auftragen der Walzenmusterstruktur in Kalkkasein mittels Walzenapparat von oben nach unten.
  • Mit einem Malerlineal wird nun das Abschlussband gezogen.
Denkansatz b)
Ist die Kostengünstigste Maßnahme dieser Ansatz ist eine völlig neue Fassung des Raumes und zeigt nur in kleinen Spuren wie der Raum einmal ausgesehen hat. Der Raum wird hierbei nach Entfernung der Tapeten (schließlich könnten diese Blasen werfen) mit z.B. einer Beigen Silikatfarbe überstrichen um den Kalkputz nicht zu zerstören.
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Hierbei werden im Raum zwei Geschichtsfenster angelegt einmal im Friesbereich um die Friese darzustellen und im Wandbereich um die Tapeten zu zeigen welche diesen Raum einmal geschmückt haben. Jede Fassung bekommt eine Nummer um sie der jeweiligen Fassung auch zuordnen zu können. Behutsam legen wir Schicht für Schicht frei die Letzte wird mit einem Japanpapier gelöst um die Leimdrucktapete nicht zu gefährden.

Denkansatz c)

Befasst sich ausschließlich mit der dritten Fassung Stand 50 ziger Jahre und zwar mit der Leimdrucktapete Befund Nr.6 die von Drucktechnik her interessant wäre da Tapeten Heutzutage nicht mehr im Leimdruck hergestellt werden. Wie bereits bei den geschichtlichen und technologischen Untersuchungen festgestellt sind zwar größere Teile dieser Tapete vorhanden auch ein Nachdruck wäre durchaus möglich doch wäre dieser mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Ich verweise hier nur einmal vergleichsweise auf das Haus Rüschhaus zu Münster wo in einem Zimmer eine Tapete nach Original rekonstruiert wurde die Kosten beliefen sich in diesem Fall auf stattliche 35000 DM nur für die Tapete.
Außerdem sollte bedacht werden das die Tapetenoberfläche sehr verletzlich ist und auch die Kleidung der Raumnutzer bei Berührung schaden nehmen könnte, in Form von Verunreinigungen. Auch hier möchte ich die Maßnahmen kurz auflisten um den Denkansatz zu verdeutlichen. Doch letztlich ist dieser Aufwand für eine Tapete aus jüngster Vergangenheit schon Enorm und würde wahrscheinlich nicht genehmigt werden.

  • wir entfernen alle oberen Tapeten Schicht für Schicht die letzte Tapete Befund Nr. 5 nehmen wir mit vorsichtig mit einem guten genässten Japanpapier ab und legen so die Leimdrucktapete frei.
  • Im oberen Wand- und Deckenbereich verfahren wir wie in Denkansatz a.
  • Ein größeres Stück der Leimdrucktapete müssen wir abnehmen um einen Rapport für den Nachdruck zu erhalten weil durch die vielen Umbaumaßnahmen einige Bahnen verloren gingen. Dieses Stück ist mit größter Sorgfalt zu behandeln (Original) da wir es später wieder an der alten Stelle einsetzen möchten.
  • Der Putz muss auch hier beigearbeitet werden.
  • Die Decke wird nun mit einer hellen Leimfarbe reversibel gestrichen
  • Die bei geputzten Wandflächen werden vorher mit einem Altpapier makulatiert um einen gleichmäßig saugenden Tapetenuntergrund zu schaffen. Damals gab es noch keinen Tiefengrund und die Tapeten lassen sich auf einer makulatierten Fläche besser tapezieren.
  • Die nachgedruckte Tapete muss nun vorsichtig in die Fehlstellen eingesetzt werden teilweise nur wenige cm² hier müssen wir unser Skalpell wieder in die Hand nehmen wir dürfen bei dieser Tapete weil das Muster sehr schnell verwischt nur mit wenig Kleister und Handschuhen arbeiten weil auch der Handschweiß das Muster verderben könnte.
Denkansatz d)

Ist wie im Denkansatz a die Erstfassung des Raumes zum Restaurierungskonzept doch kommt hier die gesamte Originalsubtanz der Walzenmustertechnik zum Vorschein wobei das fehlende wie im Denkansatz a Rekonstruiert werden muss. Wir müssen große Flächen freilegen was an sich schon eine sehr aufwendige Angelegenheit und damit auch sehr kostspielig ist. Andererseits komme ich zu dem Schluss das eine große Rekonstruktion wie bei a ebenfalls sehr Zeitaufwendig sein kann und die Freilegung des Feinputzes Zeitlich gesehen fast aufgeholt wird. Vor allem weil ich den Feinputz für bedenklich halte sollte dieser schon entfernt werden. Das größte Argument für Denkansatz d ist jedoch das der Erhalt von möglichst viel Originalsubtanz ganz im Sinne der Denkmalpflege steht und somit auch Authentisch die alte Fassung wieder gibt auch wenn dieser Weg teurer ist. Doch kann man den Nutzer durch ein sinnvolles Restaurierungskonzept wie in diesem Fall davon überzeugen mehr Gelder für die Restaurierungsarbeiten bereitzustellen. Zur Erreichung dieses Denkansatzes werde ich die Maßnahmen hier noch mal aufführen und sie können mit dem Denkansatz a verglichen werden dadurch wird vieles klarer, der Aufwand von D und A ist fast der Gleiche.

  • Feinputzes entfernen: vorsichtiges Einschneiden und mit dem Skalpell seitlich den Putz heraushebeln damit die darunter liegende Walzenmustertechnik nicht beschädigt oder verkratzt wird.
  • Decke wie in Denkansatz a behandeln.
  • Putze werden behandelt wie bei Denkansatz a
  • Reinigen der gesamten Vorhandenen Technik mit einem Opferschwamm genauer gesagt ein Wishabschwamm.
  • Bei den Decken und den Wandfries entscheiden wir uns für einen neuen Rekonstruierten Kalkkaseinanstrich weil in diesem Bereich die Beschädigungen doch sehr groß sind und es sich hierbei um eine simple Technik handelt.
  • Den Kalkanstrich für den Grundton der Walzenmustertechnik streichen wir Fresko auf den noch frischen Putz und Ausgespachtelten Stellen auf.
  • Mit einer Schablone die wir vorher schon von der Wand abgenommen haben retuschieren wir die kleineren Fehlstellen wo wir mit unserem Walzenapparat nicht hinkommen mit einen feinem Malpinsel.
  • Da es äußerst schwierig ist den Walzenmusterapparat nachzubauen und besonders mit dem gleichen Rapport entscheiden wir uns in diesem Fall wie bei den kleineren Fehlstellen für die Schablonentechnik da hiermit auch ein genaueres Nacharbeiten in der Originalfläche möglich ist wir sparen hier durch Zeit und Geld und bei einem behutsamen Umgang wird diese Ausführung wohl kaum von Technik mit dem Walzenmusterapparat zu unterscheiden sein.
  • Abschnüren des Wandfrieses
  • Mit einem Malerlineal ziehen wir wieder unser Abschlussband
Restaurierungskonzept

Denkansatz d ist bei diesem Objekt mein Restaurierungskonzept es wird die maximale Originalfläche konserviert und nur das fehlende Rekonstruiert, die Putzrestaurierungen sind bei jedem Denkansatz gleich und wie bereits erwähnt wird der Aufwand von d zu a bei der Walzenmustertechnik fast aufgeholt mit dem entscheidenden Vorteil das die Maßnahme fertig abgeschlossen sind und nicht ein paar Jahre später wieder aufwendig das Original freigelegt werden muss.