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altbau

Teil D: Maßnahmen

  1. Besichtigung des Objektes mit dem Eigentümer/ Nutzer oder auch Vertreter z.B. Architekten um die Nutzung zu besprechen, welche Vorstellungen der Nutzer hat. Rücksprache mit der Denkmalbehörde über die Restaurierungsarbeiten am Objekt.
  2. Verformungsgerechtes Aufmass vom Raum im Maßstab 1: 10 erstellen
  3. Bestandsaufnahme und Dokumentation in Wort, Bild und Zeichnung bei der unteren Denkmalbehörde einreichen . Einreichen des Restaurierungskonzeptes mit Angebot und weitere Gespräche mit dem Eigentümer/ Nutzer. Nach erhalt der zulässigen Genehmigungen können die Arbeiten beginnen.
  4. Begleitende Dokumentation während der Restaurierungsarbeiten.
  5. Einrichten der Baustelle und Abdeckarbeiten nicht zu behandelnder Flächen.
  6. Vorarbeiten
    • Der Feinputz wird überall entfernt.
    • Entfernen der Gipshaltigen Spachtelmassen
  7. Untergrund vorbereiten
    • Zwischenzeitlich sollten die Holzelemente sprich Fußleisten und Türrahmen eingebaut werden um ein genaues anarbeiten beim Putzen zu ermöglichen.
    • Risse aufweiten und Riss überbrückend Verfüllen.
    • Decke abwaschen und abschleifen.
  8. Putzarbeiten
    • Den Lehmputz und Lehmmauerwerk durch einen Fachmann reparieren lassen.
    • Kalkputzausbrüche und Kalkputz wieder erneuern.
  9. Farbfassungen
    • Streichen der Wände im Grundton.
    • Decke zweimal mit Kalkfarbe streichen.
    • Schablone von der Walzenmustertechnik anfertigen.
    • Walzenmustertechnik auf schablonieren und retuschieren.
    • Abschlussband mit einem Lineal ziehen.
    • Parallel dazu wird das Holzwerk ( Fenster und der Dielenboden ) aufgearbeitet und neu lackiert.
  10. Holzwerk
    • Fußleisten, Fußboden und die Fenster bedürfen ebenfalls einer Behandlung mit Lack schließlich sind sie Teil des Raumes
  11. Abschlussdokumentation
    • Zusammenfassungen der begleitenden Dokumentationen, festhalten der fertigen Restaurierung und wenn nötig Entwicklung von Kontroll- und Pflegemaßnahmen.

Leistungsbeschreibung und Kostenplanung

Position Beschreibung / Leistung Einheit Menge Gesamt
1,0 Bestandsaufnahme/Dokumentation
1,1 Erstellen eines Verformungsgerechten
Aufmasses im Maßstab 1:20
39 € Std.
7
273 €
1,2 Zeichenmaterial
20 €
1
20 €
1,3 Bestandsaufnahme des Objektes nach
folgenden Kriterien: Geschichtliche
Befunde, technologische Befunde wie
Handwerkstechniken, Materialen und
Schäden erarbeiten des
Restaurierungskonzeptes.
39 € Std.
75
2925 €
1,4 Begleitendes Dokumentation und führen
eines Bautagebuches mit Zeichnerischer,
fotografischer und schriftlicher
Dokumentation.
39 € Std.
15
585 €
1,5 Zeichenmaterial/ Fotografische Mittel
35 €
1
35 €
1,6 Kontroll- und Pflegemaßnahmen
150 €
1
150 €
2,0 Vorbereitung
2,1 Einrichten der Baustelle und Abdecken
des Fußbodens.
39 € Std.
2,5
97,5 €
3,0 Vorarbeiten
3,1 Tapeten entfernen 6 lagig
15,3 € m²
33,53 m²
513 €
3,2 Feinputz entfernen
39 € Std.
17
663 €
3,3 Feinputz mit einem Wishabschwamm
reinigen und abdecken.
39 € Std.
3
117 €
3,4 Risse aufweiten und fachgerecht
verfüllen.
39 € Std.
5
195 €
3,5 Decke abwaschen und abschleifen.
7 € m²
13,72
96 €
3,6 Lehmmauerwerk u. Putz durch einen
Sonderfachmann erneuern lassen
42 € Std.
8,5
357 €
3,7 Kalkputz neu aufbauen und Ausbrüche im Tagewerk beiputzen.
39 € Std.
20
780 €
Kostenkalulation
Position Beschreibung / Leistung Einheit Menge Gesamt
4,0 Farbfassungen
4,1 Streichen der Decke mit Zweimaligen
Kalkkaseinanstrich
11,94 € m² 13,72 m² 163,8 €
4,2 Abnehmen des Rapportes der
Walzenmustertechnik und anfertigen
einer Schablone auf Karton.
39 € Std. 4 156 €
4,3 Streichen des Kalkputzes im Grundton
Fresko und retuschieren der Ausbrüche.
39 € Std. 5 195 €
4,4 Schablonieren der Walzenmustertechnik
und
39 € Std. 30 1170 €
4,5 Retuschieren der Ausbrüche. 39 € Std.
4,6 Abschnüren des Wandfrieses. 39 € Std. 1 39 €
4,7 Ziehen des Abschlussbandes mit dem
Malerlineal.
39 € Std. 3 117 €
5,0 Holzwerk behandeln.
5,1 Schleifen, auskitten, vorlackieren und
Lackieren der Sprossenfenster
Beidseitig.
57 € m² 6,6 m² 376,2 €
5,2 Abschleifen des Dielenbodens 8,24 € m² 13,72 m² 113,05 €
5,3 Auskitten des Dielenbodens 7,25 € m² 13,72 m² 99,47 €
5,4 Grundieren, vorlackieren und lackieren
des Dielenbodens.
13,45 m² 13,72 m² 184,54 €
Gesamtsumme Netto: 9420 €
+ Mwst. 16%
Gesamtsumme Brutto: 10928 €

Fiktive Maßnahmen

Nach Einreichung des Kostenvoranschlages und Restaurierungskonzeptes beim Eigentümer und der Denkmalbehörde wird nun der Auftrag zur Durchführung der Restaurierungsarbeiten erteilt.
Mit dem zuständigen Architekten und dem Denkmalpfleger von der westfälischen Denkmalbehörde werden alle Arbeiten noch einmal durch besprochen denn bei diesen Maßnahmen müssen alle Beteiligten zustimmen. Jeder Punkt wird noch mal durchleuchtet, es könnte ja sein das etwas Wichtiges übersehen wurde und dieses später einmal zu Fehlern und Schäden führen könnte. Außerdem werden alle Materialien Labortechnisch untersucht um absolut sicher zugehen das bei Restaurierung mit Artgleichem Material gearbeitet wird ansonsten drohen später Abplatzungen und Plombeneffekte.
Nach dem die Baustelle eingerichtet wurde, alle Werkzeuge und die hierfür nötigen Materialien zur Verfügung stehen können nun die Arbeiten beginnen. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden und den Trocknungszeiten benötige ich für die Arbeiten 3 ½ bis 4 Wochen wenn ich diese Maßnahmen alleine durchführe. Das mag erst sehr hoch klingen aber die Retuschen und das Schablonieren sind doch sehr Zeitaufwendig außerdem stützt sich mein Restaurierungskonzept auf die bis jetzt freigelegten Stellen das wahre Schadensbild zeigt sich erst wenn die Tapeten entfernt wurden und der Feinputz entfernt wird. Da mir im diesen Bereich die Erfahrungswerte fehlen setze ich die Zeit höher an um mich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.

  1. Vorarbeiten
    • Die Tapeten werden entfernt und die schon freigelegten Teile (der Stratigrafie) der Walzenmustertechnik mit einem Wishabschwamm gereinigt und abgedeckt um diese vor hinter laufendem Wasser sowie Verunreinigungen zu schützen. Ein Teil der Tapeten soll aber unser Geschichtsfenster sein hier Schneiden wir mit einen Cutter ein und decken auch diesen Teil ab. Zu einem späteren Zeitpunkt legen wir hier eine Stratigrafie an um die einzelnen Tapetenschichten Schicht für Schicht darzustellen.
    • Als zweiter Schritt kommt der Feinputz dran dieser wird nun behutsam eingeschnitten und seitlich mit einem Skalpell abgehebelt ohne den Untergrund zu verletzten
    • Entfernen der Gipshaltigen Spachtelmassen in der gleichen Methode wie beim Feinputz mit der nun freigelegten Fläche verfahren wir wie oben reinigen und abdecken der Walzenmustertechnik.
  2. Untergrund vorbereiten
    • Zwischenzeitlich sollten die Holzelemente sprich Fußleisten und Türrahmen eingebaut werden um ein genaues anarbeiten beim Putzen zu ermöglichen.
    • Risse bis zum gesunden Material aufweiten beim Neuverputz aus Kalk legen wir ein Nesselband mit ein würden wir eine Strohmatte wie früher üblich verwenden wäre der Eingriff zu groß und wir würden viel zu viel Subtanz zerstören.
    • Die alte Leimfarbe an der Decke waschen wir ab anschließend wird die Decke geschliffen um einen sauberen und aufgerauten Untergrund für unseren Anstrich zu erhalten.
  3. Lehmputzarbeiten
    • Lehmputz und Gefache nach Rücksprache mit einem Lehmbauer erneuern dabei sind wir zu folgender Lösung gekommen wir nehmen einen grobkörnigen Lehmmörtel 70 Vol. % mit 30 Vol. % Strohhäcksel als Zuschlag nehmen um eine gute Bewehrung zu gewährleisten. Bei tiefen Ausbrüchen müssen wir in mehreren Schichten arbeiten dieses ist aber nur im Kaminbereich und Wandmitte der Fall.
    • Der Lehmputz wird mit der scharfen Seite unseres Edelstahlglätters noch einmal aufgeraut um zu dem nachfolgenden Kalkputz einen besseren mechanischen Verbund zu schaffen.
  4. Kalkputzarbeiten und Grundton Fresko streichen
    • Beim Kalkputz ist zu beachten das wir hier nass in nass arbeiten und noch den Grundton für die Walzenmustertechnik aufbringen wollen. also sollten wir uns überlegen in was für Tagewerken wir vorher arbeiten besonders weil wir es hier mit einigen Ausbruchstellen zu tun haben die wegen ihrer exakten Ausführung doch sehr Zeitintensiv werden die große Fläche am Kamin wird aber in einem Stück aufgezogen
    • Aufbau unseres Kalkputzes
    • Der Spritzbewurf: 1 :3
    • 1 Teil einfacher Baukalk
    • 1-3 Teile Sand 4- 5 mm Körnung
    • Gutes Vornässen des Untergrundes und bei jeder weiteren Putzschicht bei großen Flächen mit einem Wasserglas bei kleinen mit einer Sprühflasche
    • Wichtig ist der Sand muss vorher mit einem grobmaschigen Sieb gesiebt werden um Verunreinigungen zu vermeiden, mit einem Rührwerk wird das ganze unter Zugabe von Wasser verrührt und anschließend locker aus dem Handgelenk an die Wand angeworfen.
    • Die kleineren Ausbrüche streichen wir mit Kalkschlämmen vor.
    • Ansatz des Unterputzes 1: 3 Schichtdicke welcher gleichzeitig auch als Malschicht dient denn auch im Original wurden nur zwei Arbeitsgänge beim Putzaufbau durchgeführt. Der Putz ist ca. 8 mm dick und wird an den alten Putz Niveaugleich angeglichen.
    • 3 Teile Sand (2 mm Körnung)
    • 1 Teil Grubenkalk (Luftkalk)
    • Auftragen des Putzes mit einem Glätter und abrappen der Fläche mit einer Richtlatte.

    Zwischenzeitlich haben wir schon einmal den Kalkfarbenanstrich für den Grundton für die Walzenmustertechnik angesetzt und streichen nach der Knöchelprobe auf den noch frischen Kalk

    • 30 Vol. % Weißhydratkalk (Grubenkalk)
    • 67 -68 Vol. % Wasser
    • 2 – 3 Vol. % Pigment Umbra natur je nach Originaltönung
    • Die Pigmente werden vorher in Kalkwasser eingesumpft.
    • Die größeren Flächen wir mit einer Streichbürste und mit einem Malpinsel werden die kleinen Ausbrüche Retuschiert.
    • Auch die Ausbrüche am Wandfries und Decke werden mit dem gleichen Kalkputzaufbau geschlossen.
  5. Deckenanstrich
    • Wir schnüren nun den Bereich des Wandfrieses mit einem Schnurschlag ab und setzen jetzt unsere Kalkkaseinfarbe für die Decke an.
    • Anmischen der Kalkkaseinfarbe für unseren Deckenanstrich
    • 80 Vol. % Kalkhydrat
    • 20 Vol. % Kaseinpulver
    • diesen tönen wir leicht mit unserem vorher ein gesumpften Pigment ab um auf unseren alten Deckenfarbton zu kommen.
    • außerdem geben wir noch 0,2 Vol. % Benzolsäure zum konservieren hinzu.
    • Zweimaliges streichen der Decke und des Wandfrieses mit einer Deckenbürste um einen besseren Verbund zu bekommen.
  6. Schablone anfertigen
    • Von der freigelegten Walzenmustertechnik nehmen wir mit einem Pauspapier einen Rapport ab, dieser wird dann auf einen durchsichtigen Karton übertragen und das Muster mittels Skalpell herausgeschnitten. In die Kartonecken schneiden wir runde Passecken hinein um nicht aus der Richtung zu kommen.
  7. Walzenmustertechnik auf schablonieren und retuschieren.
    • Auf den Neuanstrich der Wände schnüren wir uns mit weißer Kreide Hilfslinien ab damit wir mit unserer Schablone nicht aus der Richtung kommen ein feststellen von Fehlern nach antrocknen der Farbe wäre fatal. Die Kreide lässt sich hinterher mit einem Staubbesen abkehren.
    • Anmischen unserer Kalkkaseinfarbe.
    • 60 Vol. % Kalkhydrat
    • 25 Vol. % Kaseinpulver
    • 15 Vol. % Leinöl
    • das ganze tönen wir mit Umbra natur bis zur Erlangung unseres Farbtones ab
    • Wir legen anschließend die Schablone auf und retuschieren erst alle Ausbrüche und schlecht deckenden Teile der Walzenmustertechnik nach. Hierbei müssen wir darauf achten das wir nicht zu Farbintensiv werden sondern eine gleiche Farbintensität wie das Original erreichen. Außerdem sollte beachtet werden dass man hinterher noch sieht dass hier restauriert wurde denn bei genauem hinsehen sollte ein Unterschied zwischen neuem und altem zu erkennen sein d.h. wir retuschieren nur da wo es nötig ist.
  8. Abschlussband
    • Auf alter Höhe des Abschlussbandes schnüren wir dort wo das Band nicht mehr erhalten ist mit weißer Kreide ab und mittels Malerlineal ziehen das Abschlussband in der alten Stärke mit einem Ringpinsel im gleichen Farbton nach.
  9. Holzwerk
  • Die Fenster, Fußleisten und natürlich den Fußboden dürfen wir natürlich nicht vernachlässigen sie werden aufgearbeitet. Die Fenster werden geschliffen da sich in einem gutem Zustand befinden und die Lacke Intakt sind streichen wir diese von mager nach fett mit Ölfarbe auf Leinölfirnisbais. Vorlackieren und Lackieren.
  • Der Fußboden ist in einem desolatem Zustand und wohl so nicht mehr zu retten, wir schleifen in ab und bauen wieder einen Anstrich nach alten Farbton auf grundieren, Zwischenlackierung und Schlusslackierung nach vorheriger Analyse des Materials früher nahm für Fußböden Kopallacke weil diese sehr Widerstandsfähig sind.
  • Die neuen Fußleisten bekommen die gleiche Behandlung wie der Fußboden denn die alten Sockelleisten wurden bei den Umbaumaßnahmen entfernt.
  • Die Lackarbeiten werden Parallel zu den Retuschierarbeiten ausgeführt und zwar immer vor Feierabend oder speziell beim Fußboden vorm Wochenende damit die Trocknungszeiten den Baustellenablauf nicht blockieren.

Abschlussdokumentation

Während der Restaurierungsarbeiten liegen der Notizblock und die Kamera in Reichweite so das jeder Zeit wichtige Arbeitsschritt in Wort und Schrift manchmal auch anhand von kleinen Skizzen festgehalten werden. Dadurch lassen sich alle Arbeiten nachvollziehen, Restaurierungsfehler vermeiden und nachfolgende Handwerker müssen keine aufwendige Bestandsaufnahme vornehmen (dadurch wird viel Geld und Zeit gespart) und können aufgrund meiner Abschlussdokumentation wieder rum ihr Konzept aufbauen.

Quellennachweis

Geschichte und Hintergrund zum Objekt
Emscherquellhof und Umgebung. Schloss Raesfeld GmbH
Herr Dipl. Ing. Eberhard Berg
erarbeitet 1997
Grundrisszeichnung und Hofansichten vom Emscherquellhof.
Dito
Recherche übers Internet über Geologie und Fotos zur Emscher
Emscherquellgenossenschaft u.

www.unna.de/herbstblatt/hb20/hb20_08.html

Lokalisierung
maps.google.de

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